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Sachsen-Anhaltischer Aufruf:
"Von Arbeit muss man leben können", Mindestlöhne sind notwendig.

Ein Bündnis für die gerechte Entlohnung von Arbeitsleistungen
Menschen sind mehr als nur Räder im wirtschaftlichen Getriebe. Sie haben einen Anspruch
auf Anerkennung für ihre Arbeitsleistung. In vielen Branchen arbeiten immer mehr Menschen für immer weniger Lohn. Diese Niedriglohnsektoren auf dem zunehmend prekär werdenden Arbeitsmarkt weiten sich aus. Die Lohnspirale nach unten bedroht die sozialen Sicherungssysteme, sie forciert den Verfall von Preisen und Qualitäten bei Nahrungsmitteln und Verbrauchsgütern. Mittelständisches Lebensniveaus droht zu verschwinden. Eine größer werdende Schicht von Niedrigstlohnbeziehern wird trotz Arbeit in Armut oder in armutsähnliche Situationen gedrängt und dadurch von wesentlichen gesellschaftlichen und kulturellen Angeboten abgekoppelt. Das schädigt auch Anbieter von Leistungen und Waren. Sachsen-Anhalt gehört zu den Bundesländern, in denen diese Gefahren sehr deutlich spürbar sind.
Wir sehen in dieser Entwicklung eine gesamtgesellschaftliche Gefahr.
Das Bündnis aus Gewerkschaftern, Arbeitgebern, Vertretern von Kirchen, Verbänden und Politik möchte diese Problematik öffentlich noch mehr bewusst machen.
Unabhängig von bereits bestehenden konkreten politischen Beschlüssen etwa bei Gewerkschaften und Parteien finden sich die Bündnispartner unter einem Konsens zusammen, der sich gegen Lohndumping als Mittel im wirtschaftlichen Wettbewerb ausspricht. Dieser Konsens kann sich zum Beispiel in gemeinsamen regionalen Veranstaltungen und Aktivitäten zum Thema Mindestlohn ausdrücken. In diesem Bündnis kann es nicht um Tarife und die konkrete Bemessung von gesetzlichen Mindestlöhnen gehen. Solche Entscheidungen bleiben den Tarifparteien und dem Gesetzgeber vorbehalten.
Das Bündnis kann aber gegenüber diesen Akteuren auf die Dringlichkeit zum Handeln hinweisen.
 
In diesem Sinne unterzeichnen diesen Aufruf: