| Freitag, 18.04.2008 | Die Linke und Gewerkschaften suchen Mitstreiter
Regionalbündnis Mindestlohn geplant
Bismark. Ein regionales überparteiliches Bündnis für die Einführung des Mindestlohns soll jetzt in der Altmark etabliert werden. Dafür sprachen sich am Mittwochabend die Teilnehmer einer Regionalkonferenz in Bismark aus. Überwiegend waren es Mitglieder der Partei Die Linke aus beiden Kreisverbänden, die der Einladung des Landesbündnis Mindestlohn gefolgt waren. " Das ist eine Tippel-Tappel-Tour, die wir vor uns haben. Wir müssen vor allem den Unternehmern die Angst vor dem Mindestlohn nehmen. Er bedeutet nicht den Untergang von Deutschland ", erklärte die Landtagsabgeordnete Edeltraud Rogée. Sie ist Sprecherin des Landesbündnisses und gestandene Gewerkschafterin.
Nach letzten Umfragen sprechen sich gut 80 Prozent der Deutschen für einen Mindestlohn aus. Acht Euro je Stunde soll er betragen. Auch im Bundestag gebe es eine parlamentarische Mehrheit für den Mindestlohn. " Doch der Koalitionsvertrag von CDU und SPD verhindert die Einführung ", erklärte am Mittwoch die Stendaler Bundestagsabgeordnete Katrin Kunert.
Harte Fakten kamen auf den Tisch. Während europaweit das Reallohneinkommen zwischen 2000 und 2006 um durchschnittlich 6, 2 Prozent anstieg, waren es in Deutschland lediglich 1, 1 Prozent. Im gleichen Zeitraum erfuhr das deutsche Volksvermögen einen Zuwachs um 206 Milliarden Euro, das Gewinn- und Vermögenseinkommen stieg um 161 Milliarden Euro, der Zuwachs bei den Arbeitnehmern betrug aber nur 45 Milliarden Euro. " Es wird Zeit, dass die Arbeitnehmer endlich vom wirtschaftlichen Aufschwung profi tieren ", forderte Edeltraud Rogée. Und damit meinte sie auch jene 6, 9 Millionen Beschäftigten,
deren Lohn weniger als Zwei Drittel des durchschnittlichen Stundenlohns ( in den ostdeutschen
Ländern 7, 20 Euro ) beträgt. Immerhin gehören zu dieser Gruppe drei Millionen Vollbeschäftigte. Ein weiteres Problem sei, dass 2006 bundesweit 130 Tarifverträge existierten, die Stundenlöhne unter sechs Euro vorsahen. " Die Gewerkschaften müssen mutiger verhandeln und mit einer Stimme sprechen ", so die Landtagsabgeordnete.
Für ihren Salzwedeler Amtskollegen Hans-J örg Krause steht fest, dass vor allem Aufklärung wichtig sei. Kleinere und mittlere Betriebe fürchten um ihre Existenz, wenn es um Mindestlöhne geht. " Für diese Firmen muss es staatliche Subventionen geben, wenn der Mindestlohn eingeführt wird ", erklärte daraufhin Katrin Kunert. Sie empfahl auch den beiden altmärkischen Kreistagen sowie den Stadträten nachzufragen, ob bei der Vergabe öffentlicher Aufträge auch die tarifgebundene Entlohnung eine Rolle spielt. Ferner ist am Mittwoch vorgeschlagen worden, eine Ideenbörse für Aktionen rund um den Mindestlohn aufzubauen, Unternehmer gezielt zu informieren und die Wohlfahrtsverbände der Region mit ins Boot zu nehmen. >>> mehr | | | Freitag, 18.04.2008 | Zwischen Pest und Cholera
Bündnis Mindestlohn zieht Bilanz / "Mega-Tarifjahr" / Deutschland Vorletzter
BISMARK. Die IG Metall bezeichnet das Jahr 2008 als "Mega-Tarifjahr". Jede Gewerkschaft will für ihren Bereich das Beste rausholen. Doch was ist mit den Berufszweigen, die keiner Gewerkschaft angehören? Edeltraud Rogée, Sprecherin vom Bündnis mindestlohn des Landes Sachsen-Anhalt, gab einen Einblick.
Großbritannien und Irland machen es vor. In den beiden europäischen Ländern gibt es seit mehreren Jahren einen flächendeckenden Mindestlohnvertrag. "Damit geben sie den Beweis, dass Mindestlöhne die Wirtschaft nicht schwächen", resümiert Edeltraud Rogée am Mittwochabend in Bismark. Die Sprecherin vom Bündnis Mindestlohn des Landes Sachsen-Anhalt, hatte zusammen mit Udo Gebhardt, DGB-Vorsitzender des Landes, eingeladen, um über den Stand der Dinge zu informieren. Seit zwei Jahren gibt es das Bündnis Mindestlohn im Land Sachsen-Anhalt.
Allerdings sollte es nicht um Parteienpolitik gehen. "Die Geiz-ist-geil-Mentalität hat erschreckend zugenommen." Dabei liegt die deutsche Wirtschaft auf Platz eins in der Wettbewerbsfähigkeit Europas. Im weltweiten Vergleich von zehn Wirtschaftsräumen sogar auf Platz zwei, mit der Schweiz. Das Volkseinkommen stieg auf 206 Milliarden Euro, das Gewinn- und Vermögenseinkommen liegt bei 161,4 Milliarden Euro und die Spareinlagen wuchsen auf 4,76 Billionen Euro.
Der Kontrast dazu: Beim Reallohn liegt Deutschland auf dem vorletzten Platz, mit 1,1 Prozent vor Spanien. Irland und Großbritannien führen die Statistik mit 17,1 Prozent an. "Dort zahlen die Arbeitgeber lieber den Mindestlohn, um nicht negativ aufzufallen." Und auch die Binnenwirtschaft kränkelt vor sich hin, die Arbeitslosenzahl ist im Europavergleich mit die Höchste. "Weil deutsche Marken woanders mit Billiglöhnen produzieren." Und natürlich, weil die so genannte Mittelschicht wegbricht.
Rogée zitierte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Rainer Haseloff: "Ein Stundenlohn von 4,60 Euro schadet nichts. Der Rest wird doch sowieso mit Sozialhilfe aufgestockt, dann haben sie soviel wie beim Arbeitslosengeld II." Bundestagsabgeordnete Katrin Kunert (Die Linke): "Man kann aber die Einkommensgrenze von Hartz IV nicht als Grundlage nehmen." Und Rogée fügte hinzu: "Ein Euro kann einfach nicht der Stundenlohn für die menschliche Arbeitskraft sein. Die Bundesrepublik kann die Wirtschaft nicht auf Billiglöhne aufbauen." Und deswegen fand die Sprecherin auch, dass ein Tarifvertrag immer die "Wahl zwischen Pest und Cholera ist. Ist ein tarifloser Zustand besser, als ein schlechter Tarifvertrag?", fragt sie. "Es gibt 130 Tarifverträge mit einem Stundenlohn von unter sechs Euro", ergänzte sie.
Das Bündnis fordert von den Gewerkschaften selbstkritischer zu sein, eine bessere Akzeptanz untereinander. "Wenn sie besser zusammenarbeiten, dann könnten sie auch mehr Druck ausüben. Was Hartnäckigkeit bewirkt, war beim Lokführerstreik zu sehen. Hätte da der Einzelhandel in den Bahnhöfen auch gestreikt...", spekulierte Rogée.
Angesprochen wurde auch die Arbeitszeit, die zwar gesunken, aber die Zahl der unbezahlten Überstunden auf über 25 Prozent gestiegen ist. >>> mehr | | | Montag, 16.04.2007 | Mindestlohn in Deutschland: Landesbündnis in Sachsen-Anhalt macht Druck
Neun mal 99 Luftballons im Wind
Mindestlohn in Deutschland: Landesbündnis in Sachsen-Anhalt macht Druck
Von Hendrik Lasch
Ein gesetzlicher Mindestlohn ist in der deutschen Bundespolitik umstritten. Ein Landesbündnis in Sachsen-Anhalt drängt energisch auf eine gesetzliche Lösung – obwohl selbst manche Mitglieder Bedenken hegen. >>> mehr | | | Montag, 15.01.2007 | Hans-Böckler-Stiftung: WSI empfiehlt europäische Mindestlohnpolitik
Betreff: Pressemitteilung Hans-Böckler-Stiftung: WSI empfiehlt europäische
Mindestlohnpolitik - Mindestlöhne in der EU steigen - Niveau in vielen
Nachbarländern zwischen acht und neun Euro
WSI empfiehlt europäische Mindestlohnpolitik
Mindestlöhne in der EU steigen - Niveau in vielen Nachbarländern zwischen
acht und neun Euro
Die gesetzlichen Mindestlöhne in den meisten europäischen Staaten sind im
Laufe des Jahres 2006 stark angehoben worden. In zahlreichen Ländern sind
darüber hinaus zum 1. Januar 2007 weitere Mindestlohnerhöhungen in Kraft
getreten. In den meisten westeuropäischen Staaten werden jetzt Mindestlöhne
zwischen acht und neun Euro gezahlt. Das zeigt eine neue Bilanz zur aktuellen
Mindestlohnentwicklung in Europa, die das Wirtschafts- und
Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung heute
vorlegt.
Mit zumeist zweistelligen Steigerungsraten waren die Erhöhungen der
Mindestlöhne in Mittel- und Osteuropa am stärksten (Abbildung 1, pdf-Abruf am
Fuß dieser PM). Spitzenreiter war mit 48 Prozent Lettland, gefolgt von
Estland mit 34 Prozent und der Slowakei mit 32 Prozent. Die
Mindestlohnsteigerungen stehen insgesamt für den anhaltenden lohnpolitischen
Aufholprozess in diesen Ländern. Aber auch in einigen westeuropäischen
Ländern wie etwa Irland oder Großbritannien kam es mit Zuwachsraten von mehr
als acht Prozent zu einem erheblichen Anstieg der Mindestlöhne.
Mit der Erweiterung der Europäischen Union um Bulgarien und Rumänien
existieren in 20 von 27 EU-Staaten allgemeine, branchenübergreifende
gesetzliche Mindestlöhne. Bezogen auf die absolute Höhe des Mindestlohns
lassen sich nach wie vor drei Ländergruppen unterscheiden (Abbildung 2). In
den westeuropäischen Ländern Großbritannien, Irland, Frankreich und den
BeNeLux-Staaten liegt der Mindestlohn mittlerweile knapp unter oder deutlich
über 8 Euro pro Stunde, in Luxemburg bei 9,08 Euro. In den südeuropäischen
Ländern variiert der Mindestlohn zwischen 2,82 und 4,22 Euro, während die
Mindestlöhne in den mittel- und osteuropäischen Ländern zwischen 0,53 und
1,76 Euro liegen.
Die divergierenden Mindestlohnniveaus spiegeln zum Teil die unterschiedlichen
Lebenshaltungskosten und die wirtschaftliche Leistungskraft in den jeweiligen
Ländern wider. Darüber hinaus gibt es jedoch auch erhebliche nationale
Niveauunterschiede: Gemessen an den nationalen Durchschnittslöhnen variiert
das Niveau der Mindestlöhne in Europa zwischen 30 Prozent und 60 Prozent,
wobei beispielsweise Spanien ein relativ niedriges, Frankreich ein relativ
hohes Niveau aufweist.
Um die Annäherung der Lebensverhältnisse in der EU zu unterstützen und
Mindestlöhne möglichst überall armutsfest zu machen, hält das WSI die
Einführung einer europäischen Mindestlohnnorm für sinnvoll. Die nationalen
Mindestlöhne sollten nach Ansicht des WSI schrittweise auf ein Niveau
angehoben werden, das mindestens 50 Prozent des nationalen Durchschnittslohns
entspricht.
Die Bundesregierung solle sich im Rahmen ihrer EU-Präsidentschaft für die
Entwicklung einer europäischen Mindestlohnpolitik stark machen, die auf eine
koordinierte Mindestlohnnorm abzielt, empfiehlt der WSI-Tarifexperte Dr.
Thorsten Schulten. Dazu gehöre auch die rasche Einführung eines Mindestlohnes
in Deutschland, der sich am Niveau der westeuropäischen Staaten orientiert,
so Schulten: "Deutschland kann hier von seinen Nachbarn lernen: Praktische
Erfahrungen und wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Mindestlöhne
Armut verhindern, ohne dass Beschäftigung behindert würde."
Die PM mit beiden Abbildungen können Sie als pdf abrufen unter:
www.boeckler.de/pdf/pm_wsi_2007_01_15_tabelle.pdf
Weitere Informationen und Infografiken im neuen Böckler Impuls 1/2007. Abruf
unter:
www.boeckler.de/pdf/impuls_2007_01_1.pdf
Ansprechpartner in der Hans-Böckler-Stiftung
Dr. Thorsten Schulten
WSI
Tel.: 0211-7778-239
E-Mail: Thorsten-Schulten@boeckler.de
Rainer Jung
Leiter Pressestelle
Tel.: 0211-7778-150
E-Mail: Rainer-Jung@boeckler.de >>> mehr | | | Dienstag, 28.11.2006 | "Mürrischen Gesichtes und schnellen Schrittes passiert der sozialdemokratische Politpromi aus dem Sauerland die lautstarke Mini-Kundgebung."
Am 28.11.06 nahm der Bundesminister für Arbeit und Soziales Herr Müntefering beim DGB in Magdeburg an einer Fachtagung zum Thema „Hartz IV – Förderdschungel?“ teil. In diesem Zusammenhang ging es auch um das Thema Arbeiten und Leben in Würde. Vor dem Veranstaltungsort demonstrierten Vertreter des Bündnisses für Mindestlohn und Aktivisten der Magdeburger Montagsdemo gegen Hartz IV, um auf die Situation in Sachsen-Anhalt aufmerksam zu machen.
In der Magdeburger Volksstimme >>> mehr | | | Dienstag, 29.08.2006 | Webel will soziales Profil der CDU schärfen und ist für gesetzlich festgelegten Mindestlohn
>>> mehr | | | Dienstag, 29.08.2006 | Die Linkspartei.PDS: Engagement für gesetzlichen Mindestlohn zeigt Wirkung - auch beim CDU-Landesvorsitzenden Webel
Zur Forderung des CDU-Landesvorsitzenden Webel nach einem gesetzlich festgelegten Mindestlohn erklärt die gewerkschaftspol. Sprecherin der Fraktion Edeltraud Rogee: >>> mehr | | | Montag, 28.08.2006 | Volksstimme-Gespräch mit dem DGB-Landesvorsitzenden Udo Gebhardt
Mit dem Landeschef des Deutschen Gewerkschaftsbundes ( DGB ), Udo Gebhardt,
sprach Volksstimme-Redakteur Jens Schmidt >>> mehr | | | Sonntag, 27.08.2006 | Postkartenkampagne für gesetzlichen Mindestlohn
Zur Ankündigung des SPD-Vorsitzenden Kurt Beck, im Herbst für weitere Branchen Mindestlöhne einzuführen, erklärt der Bundesgeschäftsführer der
Linkspartei.PDS Dietmar Bartsch (MdB): >>> mehr | | | Mittwoch, 16.08.2006 | Ein Bündnis unter Brücken
Nach einigen Startschwierigkeiten: Initiative für Mindestlohn in Sachsen-Anhalt | Von Hendrik Lasch, Magdeburg
In Sachsen-Anhalt wird ein Bündnis für einen Mindestlohn aktiv. Nach Startschwierigkeiten wirkt nun selbst der CDU-Fraktionschef mit. >>> mehr | | | Mittwoch, 16.08.2006 | Bündnis macht sich für gesetzlichen Mindestlohn stark
>>> mehr | |
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